Welt Vegan Magazin
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Xavier Rudd

Der australische Musiker Xavier Rudd fühlt sich in unterschiedlichen Genres, wie z.B. Folk, Reggae oder der Weltmusik, zu Hause. Spätestens seit seinem Hit Follow the Sun ist er auch in Europa einem größeren Publikum bekannt. Er setzt sich aktiv für die Umwelt ein und scheint dabei eine gute Figur zu machen, denn PETA wählte ihn bereits zum World’s Sexiest Vegetarian Celebrity. Auf seinem neuen Album Nanna hat er nun Musiker aus aller Welt vereint. Als Xaxier Rudd & The United Nations ist er aktuell auf Welttournee. Wir trafen ihn kurz vor seinem Konzert in Hamburg.

 

Hi, Xavier. Nanna ist mittlerweile dein neuntes Studioalbum. War es für dich von Anfang an klar, dass du deine Popularität dazu nutzen möchtest, Projekte zu unterstützen, die sich mit der Umwelt oder sozialen Missständen beschäftigen?

Ich bin in einer kleinen Stadt in Australien aufgewachsen, sehr provinziell und direkt an der Küste. Es liegt in meinem Wesen und meiner Kultur, der Umwelt zuzuhören, und daher kommt auch meine Inspiration für die Musik. Es ist also ganz natürlich, dass meine Musik Menschen angezogen hat, welche eine ähnliche Verbindung zur Natur haben oder diese aktiv schützen wollen. So habe ich über die Jahre viel in diesem Bereich gelernt und gesehen, wie ich mit meiner Musik helfen kann.

Welches Projekt liegt dir besonders am Herzen?

Da gibt es so viele. Wir hatten gerade einen großen Erfolg in Kimberley, im Nordwesten Australiens, eines der letzten Naturwunder der Welt. Dort haben wir es geschafft, die größte Erdgasanlage des Landes zu stoppen. Ein weiteres großes Projekt ist der Schutz des Great Barrier Reefs. Derzeitig fahren viele Kohlefrachter durch das Gebiet. Das muss schnell gestoppt werden. Nach meiner Tournee werde ich dorthin reisen und schauen, wie ich Aufmerksamkeit für das Problem gewinnen kann.

Das Thema deines Blogs lautet One earth – one mob – the movement. Wie erfährst du diese Bewegung in den letzten Jahren? Gibt es einen globalen Bewusstseinswandel?

Absolut. Es ist so, als hätte sich Großmutter Erde dazu entschlossen, etwas mit dem Menschen auf energetischer Ebene anzustellen. Ich glaube, das merken die Menschen noch nicht. Es wird oft vergessen, dass wir eine Spezies sind, die von der Erde stammt und auf ihr wandelt. Wir haben eine energetische Verbindung mit ihr, jeden Tag. Es gab eine Zeit, da lebten wir überall nach dieser energetischen Verbindung. Wir beobachteten die Jahreszeiten und es war wichtig, der Erde zuzuhören, um selbst zu überleben. Ich glaube, die Erde versucht uns derzeitig aufzuwecken und als ihre Spezies an diese Verbindung zu erinnern oder uns zu ihr zurückzuführen. Dieses Bewusstsein wächst.

Wie beeinflusst bewusste Ernährung deinen Alltag? Ist es schwer, diesen Standard auf Tour zu halten?

Nicht wirklich. Ich möchte meinem Körper keinen Mist geben. Das wäre für mich viel schwieriger. Ich weiß mittlerweile, was gesund für mich ist und was nicht. Bevor ich etwas Ungesundes esse, nehme ich lieber gar nichts zu mir. Das ist nebenbei auch eine gute Methode, um sich in Wertschätzung für sein Essen zu üben.

  

Gibt es für dich einen besonderen Energetisierer?

Ingwertee und natürlich Salate. Immer wenn ich wieder etwas Antrieb brauche, esse ich einen großen, grünen Salat.

Du führst derzeit ein Leben auf Tour. Hast du ein tägliches Ritual, um dabei einen Ruhepunkt zu finden?

Ich habe eine Zeit lang einen Kopfstand vor meinen Shows gemacht (lacht). Meine Show selbst ist für mich eine Art Meditation, in der ich mich befreien kann. Auch wenn es sehr energiegeladen und körperlich ermüdend sein kann, ist es dennoch erleuchtend und eine eigene Form von Ruhe.

Du warst lange als Solomusiker unterwegs. Mit deinem letzten Album hast du nun Menschen von überall auf der Welt zusammengebracht, sogar aus Deutschland. Wie fühlt sich das im Vergleich an und wie war die Herangehensweise?

Es fühlt sich total anders an. Du spielst auf der Bühne mit vielen Menschen verschiedenster Kulturen, wie zum Beispiel Aboriginies, Australier, Musiker aus Papua- Neuguinea oder Südafrika. Das ist sehr kraftvoll. Es ist, als hätten sich die Vorfahren unserer Seelen bei einer Tasse Tee dazu entschieden, uns zusammenzuführen. Das kam weniger von mir, sondern ist sehr organisch passiert. Deshalb heißt das Album Nanna (Großmutter). Es steht für gegenseitigen Respekt uns und unseren Vorfahren gegenüber, für die Achtung aller vorangegangen Generationen und ihrer Geschichten überall auf dieser Welt.

Du hattest schon lange den Traum von einer Gruppe wie dieser, nicht wahr?

Ja. Ich wusste, dass es irgendwann passieren wird, auch wenn mir nicht klar war, wann und wo. Es musste einfach alles stimmen und dann (schnippt mit den Fingern) war es auf einmal da. Ich hatte mir das Projekt lange erträumt und Songs dafür geschrieben. Während dieses Prozesses wurde ich durch gewisse Umstände an verschiedene Orte der Erde katapultiert. Ich durchging harte Phasen und Herausforderungen, welche später Teil des Albums wurden. Und am Ende dieser Reise erschien diese Band. Es ist, als hätte mich meine Reise auf diese Band vorbereitet.

PETA hat dich 2007 zum World’s Sexiest Vegetarian Celebrity gekürt. Wie hast du auf diese Nachricht reagiert?

Es war mir peinlich. Natürlich schmeichelte es mir auch. Ich wusste bloß nicht, ob es wahr ist (lacht).

Danke für das nette Gespräch. Wir freuen uns auf das Konzert.

 

Interview: Timur Coskun
Fotos: Evi Oravecz