Welt Vegan Magazin
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In 12 Schritten zum Veganer

Ab heute lass ich den Käse weg!

 

Du beißt in Dein Käsebrot und fragst Dich plötzlich, wo die Milch herkommt. Du siehst Dir Dokumentationen über Milchproduktion an und kannst das plötzlich alles nicht mehr vertreten. Irgendwie fragst Du Dich auch, warum eigentlich in Deinem Joghurt Gelatine drin ist und was sie da zu suchen hat. Warum sind Schuhe aus Leder, wenn man sie doch genauso gut aus Kunststoff oder Textil machen kann? Heutzutage ist das doch alles kein Problem mehr. Deine Tagescreme? Was ist da eigentlich genau drin? Und wurde das Produkt an Tieren getestet? So kann das nicht weitergehen. Die Entscheidung ist gefallen. Du wirst ab heute vegan leben. Doch wie stellt man das an? Was muss man als ersten tun? Hier die ersten 12 Schritte in Deinem Leben als Veganer:

1) Räume Deinen Kühlschrank und Deine Vorratsschubladen aus:
Sortiere alle nicht veganen Lebensmittel aus, packe sie in einen Karton. Kontrolliere die Etiketten dabei sorgfältig. Alles, was vegan ist, kommt wieder zurück in den Kühlschrank, den Karton mit den nicht veganen Lebensmitteln gibst Du bei den Tafeln ab.

2) Lade Dir die App „Wer macht's“ herunter:
Dort findest Du zu einer Vielzahl an Produkten wichtige Informationen wie: Testet der Hersteller seine Produkte an Tieren?, beinhaltet das Produkt tierische Inhaltsstoffe? Für Getränke gibt es die App Barnivore.

3) Gehe einkaufen:
Du wirst das erste Mal sicher sehr lange brauchen, da Du alle Produkte genauestens unter die Lupe nehmen musst. Plötzlich fällt Dir auf, wo überall Eier und Milch verarbeitet oder Gelatine zugesetzt wurde. Leider gibt es in Deutschland keine Vorschrift, vegane Produkte zu kennzeichnen, auf vielen veganen Produkten fehlt das typische „V“ und die „Veggieblume“. Bei diesen Produkten gilt: Enthalten Sie die Aufschrift „Kann Spuren von Milch und Ei enthalten“, kannst Du sie bedenkenlos zu Dir nehmen. Es bedeutet lediglich, dass in der Fabrik, aus der das Produkt stammt auch nicht vegane Lebensmittel verarbeitet werden. Produkte, die diese Aufschrift nicht tragen, musst Du genauer unter die Lupe nehmen. Vorsicht ist bei allen E-Stoffen geboten.

4) Lies die Kochbücher:
In den letzten Jahren hat sich in Richtung vegan einiges getan, die Regale der Buchläden quellen über vor veganen Kochbüchern. Für Dich als Neuling eine sehr gute Einstiegshilfe. Nutze sie. Gerichte, die sich einfach zubereiten lassen und die prima schmecken findest Du unter anderem in „The Lotus And The Artichoke“ von Justin P. Moore und in „Vegane Superfoods“ von Surdham Göb. Wie man Seitan selbst zubereitet, kannst Du später auch noch lernen.

5) Achte auf die Getränke: Auch Getränke sind häufig nicht vegan, besonders Säfte, Weine und gelbe Limonaden werden häufig mit Gelantine oder Fischblase geklärt.

6) Sei vorbereitet:
In den ersten Wochen wirst Du bemerken, wie interessant Deine Ernährungsgewohnheiten plötzlich für Deinen Freundeskreis und Deine Familie geworden sind. Informiere Dich über alle notwendigen Nährstoffe, Vitamine und Spurenelemente und aus welchen Lebensmitteln Du sie bekommst. Du wirst feststellen, dass einige Fleischesser Dich nicht mit ihren Fragen in Ruhe lassen werden. VEBU bietet hierzu übrigens eine sehr nette App für Einsteiger an. Unter dem Punkt „Diskussionsleitfaden“ findest Du auf alle Standartfragen eine Antwort.

7) Setze Dir Grenzen:
Um komplett vegan zu leben, müsste man auf einiges verzichten. Selbst technische Geräte sind nicht vegan. Selbst ein Großteil der Menschen, die sich als Veganer bezeichnen, leben nicht zu 100 % vegan. Es ist also wichtig, sich Grenzen zu setzen, wie: „Ich komme in die Notaufnahme, der Arzt verabreicht mir ein lebensnotwendiges Medikament, welches zuvor an Tieren getestet wurde.“, „Meine Katze stammt aus dem Tierheim und frisst nur das Futter von dem Großkonzern, der Tierversuche durchführt. Alles andere spuckt sie aus, oder lässt es unberührt stehen und verhungert vor dem gefüllten Napf.“, „Meine alten Lederschuhe trage ich aus Respekt vor dem Tier, das dafür gestorben ist so lange, bis sie durchgelaufen sind.“

8) Probiere aus:
Dinkelmilch für den Smoothie, Sojamilch in den Kaffee, Hafersahne zum Kochen, Kokossahne im Kuchen. Oder vielleicht doch lieber Mandelmilch im Kaffee? Teste einfach, was Dir am besten schmeckt, irgendwann kennst Du Dich wieder perfekt in Deiner Küche aus und kannst anderen Veganern empfehlen, welche Nussbutter am besten zu Marmelade passt. Übrigens gilt selbiges auch für Kosmetikprodukte. Sicher wirst Du das ein oder andere Shampoo oder Make-up im Schrank stehen haben, bis Du wieder „Dein“ Produkt gefunden hast, aber dafür hast Du am Ende auch Erfahrungsberichte für Deine Freunde, die Dir ja vielleicht schon bald folgen werden.

9) Bestärke Dich in Deinem Vorhaben:
Du hast noch Zweifel? Schreibe Deine Zweifel auf. Punkt für Punkt. Nimm Dir einen Abend Zeit, mach es Dir gemütlich, bereite Dich darauf vor und schau Dir in aller Ruhe den Film Earthlings an. Schreibe Deine Zweifel erneut auf.

10) Such Dir Gleichgesinnte:
Du wirst nicht glauben, was für eine Vielzahl an Facebook-Gruppen es zum Thema Veganismus gibt. Trete mit den Leuten in Kontakt. So gut wie für jede Stadt gibt es übrigens auch lokale Gruppen, die sich immer wieder zu Stammtischen, Diskussionsrunden oder Spieleabenden verabreden.

11) Mixe:
Kauf Dir einen Mixstab, einen Mixer oder einen Smoothie-Maker. Mixstäbe gibt es schon ab 20 Euro, Smoothie-Maker ab 30 Euro, einen guten Mixer bekommt man ab ca. 80 Euro. Wenn Du allerdings grüne Smoothies bevorzugst, benötigst Du einen Hochleistungsmixer, welcher ab ungefähr 250 Euro zu haben ist. Du wirst sehen, was für großen Spaß es macht immer neue Smoothie-Kreationen zu entdecken und auszuprobieren. Außerdem sind sie gesund und eigenen sich prima als Zwischenmahlzeiten, auch für unterwegs.

12) Schreibe alles auf:
Halte das Datum im Kalender fest. Schreib ein kleines Tagebuch, wie es Dir ergangen ist. Sicher wirst Du Dich freuen, wenn Du in einem Jahr Dein erstes Jubiläum mit einer veganen Sahnetorte feiern kannst.

Freundlich zur verfügung gestellt von anne reis

http://cardamonchai.com