Welt Vegan Magazin
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10 Gegenargumente......

Was würdest du tun, wenn du ein Inuit wärst?
10 Gegenargumente für Diskussionen mit Fleischessern

Jede/r Veganer/in kennt die folgende Situation so, oder in ähnlicher Form: Man sitzt an einem Tisch mit der Familie, mit Freunden oder Kollegen und es dauert keine zwei Minuten, bis die erste Frage gestellt wird, obwohl man eigentlich nur über das Wetter reden wollte: „Wie lange machst du das jetzt eigentlich schon mit diesem Vegan?“

Man kann sich sicher sein, dass die lieben Fleischesser ihre Hausaufgaben gemacht haben und schon bald weitere Fragen und Behauptungen folgen werden, man eventuell sogar einem ganzen Fragenmarathon ausgesetzt wird. Mit Hindernissen und ohne Pausenstationen zum Kraft tanken.

Da dies für „Neuveganer“ ziemlich anstrengend, ja zermürbend sein kann, habe ich für euch „10 Gegenargumente für Diskussionen mit Fleischessern“ vorbereitet, die sich für mich im Alltag als äußerst nützlich erwiesen haben.

Seit gewarnt: Ihr werdet wahrscheinlich von euch aus eher selten bis nie um derartige Diskussionen bitten, sie werden einfach ungefragt über euch hereinbrechen und das immer und immer wieder. Am Ende werdet ihr in Gesprächen, die der neugierige Omni im Anschluss mit Dritten führt, auf jeden Fall auch immer „der Veganer, der jedem seine Meinung auftischen muss“ sein, doch hier heißt es: Drüber stehen.

Dieses Verhalten ist ganz natürlich und ist Ausdruck seines schlechten Gewissens, der Tierwelt, seiner Gesundheit und dem Klima gegenüber.

Doch nun zu meinen Argumenten, ich habe sie jeweils den Fragen und Behauptungen gegenübergestellt, um alles schön übersichtlich zu gestalten, falls ihr diesen Artikel in der nächsten Diskussionsrunde auf dem Mobiltelefon unter dem Tisch lest.

1. Frage:„Woher bekommst du eigentlich dein Eisen?“ - Deine Gegenfrage lautet natürlich: „Woher bekommst du eigentlich deine Ballaststoffe?“ - Am besten nach dieser Gegenfrage kurz Interesse bekunden und den Gegenüber darüber aufklären, dass Sojafleisch, im Gegensatz zu Blutwurst, die 6,4 mg Eisen pro 100 g enthält, 11 mg Eisen pro 100 g enthält und Linsen im Gegensatz zu Schweinefleisch mit 2,5 mg pro 100 g, 8 mg pro 100 g. Die Liste kann natürlich beliebig erweitert werden, bereitet euch gut vor, mit Kalzium (Kuhmilch 120 mg/100 g, Grünkohl 212 mg/100 g, Sojamilch 120 mg/100 g) und jedem anderen Nährstoff oder Vitamin kann es euch genauso ergehen. Hierzu empfehle ich, auf dem Mobiltelefon immer den Nährstoffrechner parat zu haben, auf die Art hat man derartige Fragen schnell entkräftet.

2. Frage: „Was würdest du tun, wenn du ein Inuit wärst?“ - Deine Antwort: „Vermutlich im Internet bestellen, bzw. taut das ewige Eis ja dank unseres ungebremsten Fleischkonsums auch immer weiter ab, sodass man als Inuit auch schon sehr gut an die Hauptnahrungsmittel aller Veganer kommt: Gras und Steine.“

3. Frage: „Du hast doch sicherlich Mangelerscheinungen!“ - Deine Antwort: „Wenn es als Mangel gilt, dass ich beim Treppensteigen nicht mehr schnaufen muss, ich sogar seit Neuestem joggen gehen kann, meine Haut viel reiner ist und ich seltener zum Zahnarzt muss, dann auf jeden Fall. Ja, ich habe Mangelerscheinungen.“

4. Behauptung: „Durch euren Sojakonsum wird der Regenwald abgeholzt!“ - Deine Antwort: „Über 80 % der weltweiten Sojaernte wird zu Viehfutter verarbeitet. Weitere Produkte aus Soja sind z. B. Biodiesel, Kunststoffe und Farben. Aus lediglich 2 % des angebauten Sojas werden Lebensmittel produziert und zwar nicht nur Tofu und Sojamilch, sondern u. a. auch Margarine und das Sojaöl, das weltweit zum Braten und Frittieren in den Großküchen verwendet wird. Die Sojabohnen in den hierzulande verkauften Sojaprodukten wie Sojamilch und Tofu stammen übrigens aus Deutschland, Österreich und Italien. Regenwälder gibt es dort leider keine. Übrigens werden für die Produktion eines Steaks 4.000 Liter Wasser benötigt, das ist so viel, wie ein Mitteleuropäer jährlich zum Duschen braucht.“

5. Behauptung: „Ich esse auch nur ganz wenig Fleisch!“ - Deine Antwort: „Die Tiere, die dafür geschlachtet werden, sterben dann auch nur ganz wenig, oder?“

6. Behauptung: „Die Kühe auf dem Biohof von den Mustermanns stehen alle ganz glücklich auf der Weide und haben ganz viel Platz!“ - Deine Antwort: „Das stimmt, das ist mir auch aufgefallen. Leider werden auch sie immer wieder künstlich befruchtet, damit sie Milch geben und die Kälbchen werden direkt nach der Geburt von ihnen getrennt. Hast du gesehen? Die stehen in diesen Plastikiglus hinter dem Haus! Wenn die Milchleistung der Kühe nach 4-6 Jahren (Natürliche Lebenserwartung liegt bei 15 – 30 Jahren) nachlässt, werden sie quer durch die Republik zum Schlachthaus gebracht und im Anschluss zu Hamburgern verarbeitet. Mc Donalds ließ erst letzte Woche verlauten, dass sie keine genauen Zahlen rausgeben könnten, wie viele Tiere jährlich für sie getötet würden, da es sich dabei komplett um ausgemustertes Milchvieh handelt.“

7. Frage: „Was kannst Du denn jetzt überhaupt noch essen?“ - An dieser Stelle am besten gar nichts sagen, sondern einfach das Handy mit dem leckeren, selbstgekochten Foodporn auf Instagram zücken, bei mir hat das Wunder bewirkt!

8. Behauptung: „Ich habe ja auch mal zwei Wochen lang versucht, mich vegetarisch zu ernähren. Bei mir hat das damals überhaupt nicht funktioniert.“ - Deine Antwort: „Es gibt ja heute so viele tolle Kochbücher! Das glaubt man gar nicht!“ Hierzu am besten gleich mal zweit drei konkrete Beispiele nennen, am besten mit den Worten „So gut habe ich noch nie zuvor gegessen!“.

9. Behauptung: „Menschen essen doch schon immer Fleisch!“ - Deine Antwort: „Ein großer Teil der Weltbevölkerung ernährt sich schon seit Generationen pflanzlich. In vielen Ländern (China, Indien etc.) bringt erst jetzt der Wirtschaftsboom den flächendeckenden Fleischkonsum.

10. Behauptung: „Leben und leben lassen!“ - Deine Antwort: „Wenn du möchtest, können wir ja heute Abend zusammen kochen, ich habe noch herrliches Biogemüse in meinem Kühlschrank, das reicht auch für uns beide!“

Im Laufe der Zeit ist mir aufgefallen, dass es die Situation durchaus ein Bisschen auflockern kann, wenn man ab und an mal eine flapsige Antwort mit einfließen lässt, das hängt natürlich vom Typus des jeweiligen Gesprächspartners ab und man sollte es auch bei hartgesottenen Naturen damit tunlichst nicht übertreiben, um die eigene Glaubwürdigkeit nicht zu gefährden und nicht überheblich zu wirken.

Man sollte außerdem davon ausgehen, dass wenn süße, kleine Sticheleien dieser Art von Bekannten und Verwandten kommen, stets, wenn auch in vielen Fällen unterbewusst, ein gewisses Grundinteresse besteht, das man auf jeden Fall begrüßen sollte!

 

freundlich zur verfügung gestellt von anne reis
http://cardamonchai.com