Welt Vegan Magazin
  • facebook icon
  • instagram icon

Kosmetik und Putzmittel selbst gemacht

Kosmetik und Putzmittel selbst gemacht
DIY Kosmetik von Anna-Lena Holm

Isohexadecane? Hört sich an wie Antifrostschutzmittel und das soll an meine Haut?

In vielen Kosmetikprodukten, Haushaltsreinigern und sonstigen Drogerieprodukten stecken leider noch immer zu viele Chemikalien und Bestandteile, die man bei genauerem Überlegen eigentlich weder an seine eigene Haut noch in die Abwasserkanäle lassen möchte.

Bio-vegane Naturprodukte sind dagegen bestimmt schon eine gute Alternative. Wer aber Spaß am Selbermachen hat, kann sich mit nur wenigen Zutaten und ein klein wenig ausprobieren seinen kompletten Kosmetik- und Drogeriebedarf selbst zusammenstellen. Ganz nebenbei kann man dabei alles perfekt an seine persönlichen Bedürfnisse anpassen. Deshalb starte ich eine kleine Serie zum Thema „Do it yourself“ und hoffe, dass ich dich mit den ersten drei Rezepten neugierig machen kann.

Lavendel-Haarspray

Zutaten Für eine kleine Sprayflasche
• 1/2 Tasse Wasser
• 2 EL Zucker (kann zur gewünschten Stärke angepasst werden)
• 3-5 Tropfen Lavendelöl (pflegt Kopfhaut und Haare)

Zubehör
• Leere Sprühflasche (Am besten eine alte Deo-Sprühflasche aus Glas o. ä.)
• Wasserkocher oder Topf
• Trichter

So geht's:
Damit die Mischung am Ende möglichst lange haltbar bleibt, muss das Wasser zu Beginn einmal richtig kochen. Danach kannst du das heiße Wasser mit dem Zucker vermischen und rühren, bis sich der Zucker komplett aufgelöst hat. Warte bis das Wasser etwa auf Handwärme abgekühlt ist, bevor du die ätherischen Öle dazugibst. Ansonsten ist es für die empfindlichen Öle zu heiß und sie verdampfen. Fertig ist das Haarspray!

Tipp: Die Verwendung von Lebensmitteln für Kosmetik macht die Verwendung zwar verträglich, jedoch bedeutet das leider auch, dass die Produkte schneller schlecht werden. Um sie länger haltbar zu machen, kannst du deine selbst hergestellten Produkte im Kühlschrank lagern (besonders im Hochsommer). Im Falle des Hairsprays kannst du auch ein paar Tropfen Alkohol (z.B. 96%-igen Ethanol aus der Apotheke oder Wodka - falls du davon sowieso noch eine verstaubte Flasche im Regal hast) hinzugeben. Da das Spray aber so schnell gemacht ist, kann man sich das auch sparen.

Qualität, Hygiene & Dosierung

Achte besonders bei Kosmetik, die du im Gesicht verwenden möchtest darauf, dass die Produkte die bestmögliche Qualität haben. So erhältst du natürlich auch das hochwertigste Ergebnis. Deine Gesundheit und die Umwelt werden dabei auch noch geschont. Empfehlenswert ist Bio-Qualität. Außerdem solltest du, sofern die Zutaten nicht während des Herstellungsprozesses erhitzt werden, stets kaltgepresste Öle verwenden.

Damit die selbstgemachte Kosmetik möglichst lange hält und du keine Pilzkultur heranzüchtest, ist hygienisches Arbeiten äußerst wichtig. Alle Arbeitsflächen, Hilfsmittel wie Löffel, Schüsseln etc. und die leeren Sprayflaschen oder Dosen sollten vorher keimfrei gemacht werden. Das erreicht man zum Beispiel durch Abkochen oder Abwischen mit hochprozentigem Alkohol. Sollte mal ein Produkt nicht mehr gut riechen oder schimmeln: Weg damit!

Die Dosis macht das Gift!

An dieser Stelle muss ich noch darauf hinweisen, dass ätherische Öle nicht alle unbedenklich eingesetzt werden sollten, da sie hochkonzentriert sind.

Generell gilt: Die Öle sollten so gut wie nie unverdünnt mit der Haut und schon gar nicht mit den Schleimhäuten in Berührung kommen. Falls die Finger damit in Berührung gekommen sind: Nicht damit die Augen reiben! Die Öle, die ich in den Rezepten benutze, kannst du unbedenklich in dem angegebenen Mischverhältnis benutzen. Trotzdem ist eine allergische Reaktion natürlich nicht ausgeschlossen und falls du Bedenken hast, kannst du die Öle auch einfach weglassen!

Vorsicht gilt auch für Kinder, Schwangere und stillende Mütter: Ätherische Öle sollten nur mit Vorsicht und in kleinen Dosen angewendet werden. Tiere sollten gar nicht mit den Ölen in Berührung kommen.

Wenn du andere Düfte verwenden möchtest, als die in meinen Rezepten, solltest du dich unbedingt vorher ausreichend informieren.

Tipp: Ätherische Öle gibt es in größeren Apotheken und teilweise auch in Reformhäusern und Drogeriemärkten zu kaufen. Alternativ sind die Zutaten natürlich auch alle im Internet bestellbar. Bei ätherischen Ölen sollte es sich um Naturprodukte und nicht um künstlich hergestellte Duftöle handeln.

Text, Fotos und Illustrationen: Anna-Lena Holm, www.annalenaholm.com, Instagram: anna_lena_holm